Filmproduktion für Agenturen: Wie die Zusammenarbeit mit einem Produktionspartner gelingt – White-Label-Filmproduktion, Rollen und Kundenführung klar geregelt
· 5 Min. Lesezeit · eyeris Filmproduktion
Ihr Kunde wünscht sich einen Imagefilm, einen Recruitingfilm oder einen Erklärfilm. Ihre Agentur hat die Marke, die Kampagne und das Vertrauen des Kunden — aber keine eigene Filmproduktion. Dann kommt ein Produktionspartner dazu. Ob diese Filmproduktion für Agenturen gut läuft, entscheidet sich selten am Drehtag. Es entscheidet sich vorher: wer den Kunden führt, wer am Set spricht, unter welchem Namen die Produktion auftritt und wer Briefing, Moodboard, Storyboard und Abnahme verantwortet.
Was bedeutet „White Label“ beim Film?
White Label heißt: Der Film entsteht bei einem Produktionspartner, erscheint gegenüber dem Kunden aber als Leistung der Agentur. Die Produktion tritt nicht unter eigenem Namen auf, schickt dem Kunden keine eigenen Unterlagen und setzt kein eigenes Logo in den Abspann. Für den Kunden gibt es einen Ansprechpartner: die Agentur.
White Label ist eine von drei üblichen Formen der Zusammenarbeit:
- White Label: Die Produktion arbeitet im Namen der Agentur. Der Kunde kennt nur die Agentur.
- Offene Partnerschaft: Die Produktion tritt mit eigenem Namen auf, als Partner der Agentur. Die Agentur führt das Projekt, der Kunde weiß, wer dreht.
- Empfehlung: Die Agentur stellt den Kontakt her, der Kunde beauftragt die Produktion direkt. Die Agentur bleibt für Kampagne und Ausspielung zuständig.
Keine dieser Formen ist besser als die andere. Wichtig ist, dass alle Beteiligten wissen, welche gilt — auch das Team, das am Drehtag beim Kunden steht.
Wer führt den Kunden? Ansprechpartner vor dem ersten Termin festlegen
Die wichtigste Frage zuerst: Mit wem spricht der Kunde? In den meisten Fällen mit der Agentur. Sie kennt Marke, Ziele und die Menschen auf Kundenseite. Die Produktion bringt das filmische Handwerk ein. Damit das funktioniert, braucht es zwei feste Ansprechpartner — einen in der Agentur, einen in der Produktion — und einen klaren Weg für Fragen: Der Kunde fragt die Agentur, die Agentur fragt die Produktion.
Direkte Absprachen zwischen Produktion und Kunde sind möglich, wenn sie vereinbart sind — etwa zur Drehplanung vor Ort. Dann am besten mit der Agentur in Kopie. Ebenfalls vorab klären: Wer entscheidet, wenn Agentur und Produktion eine Sache unterschiedlich sehen? Und ob ein Schutz der Kundenbeziehung vereinbart wird, gehört von Anfang an in die Absprache, nicht in ein späteres Gespräch.
Auftritt am Set: Wer spricht, unter welchem Namen?
Am Drehtag steht die Produktion zum ersten Mal direkt beim Kunden. Hier zeigt sich, ob die Absprachen tragen. Klären Sie vorher:
- Vorstellung: Unter welchem Namen stellt sich das Team vor — als Team der Agentur oder als Partner?
- Erscheinungsbild: Kleidung und Technik ohne eigenes Logo, keine eigenen Visitenkarten, wenn White Label vereinbart ist.
- Wer ist dabei? Ist jemand aus der Agentur am Set? Das empfiehlt sich, denn er spricht für Marke und Kampagne.
- Wer gibt Anweisungen? Eine bewährte Teilung: Regieanweisungen gibt die Produktion, inhaltliche Entscheidungen trifft die Agentur gemeinsam mit dem Kunden.
- Neue Wünsche: Was passiert, wenn der Kunde am Set etwas ergänzen möchte, das nicht im Storyboard steht? Wer entscheidet, ob es in den Drehplan passt?
Die Menschen vor der Kamera sind meist keine Schauspieler. Sie brauchen eine Person, die sie ruhig durch den Tag führt. Wie sich ein Team auf den Dreh vorbereitet, beschreibt der Beitrag Dreh im eigenen Betrieb: so bereiten Sie Ihr Team vor.
Briefing, Moodboard, Storyboard, Abnahme: Wer verantwortet was?
Jeder dieser Schritte braucht einen Namen, der dafür geradesteht. Eine mögliche Aufteilung:
- Briefing: Die Agentur liefert Ziel, Zielgruppe, Kampagnenidee und Markenvorgaben — Logo-Dateien, Schriften, Farben, Tonalität. Die Produktion fragt nach, bis die Aufgabe des Films in einem Satz steht.
- Moodboard: Die Produktion übersetzt die Idee in Stimmung, Licht und Tempo — im Look der Kampagne, nicht im eigenen Stil. Bringt die Agentur schon ein Moodboard mit, wird es weitergeführt.
- Storyboard und Sprechertext: Die Produktion plant Einstellung für Einstellung, die Agentur prüft die Botschaft, der Kunde gibt frei — über die Agentur. Wozu das gut ist, zeigt der Beitrag Moodboard und Storyboard: Wie Sie Ihren Imagefilm sehen, bevor er gedreht wird.
- Abnahme: Wer gibt die letzte Fassung frei, und in welchem Umfang sind Korrekturen enthalten? Beides gehört in die Absprache, bevor die erste Fassung entsteht.
Freigabeschleifen, Dateiformate und Fassungen für die Kanäle
Die meiste Zeit geht nicht beim Dreh verloren, sondern zwischen den Fassungen. Legen Sie deshalb den Weg der Freigaben fest: Anmerkungen werden gesammelt, an einer Stelle, mit Zeitangabe im Film — und gehen über die Agentur an die Produktion. Zeitpläne entstehen rückwärts vom Kampagnenstart. Bei White Label kommt eine Frage dazu: Über welche Plattform sieht der Kunde die Vorschau, und unter wessen Namen?
Ebenso früh gehören Formate und Fassungen auf den Tisch:
- Fassungen: Hauptfilm, Kurzfassung, Teaser, Clips im Hochformat oder quadratisch — je nach Kanal. Was jeder Kanal verlangt, steht im Beitrag Wie lang sollte ein Imagefilm sein?
- Dateien: eine hochwertige Masterdatei für Archiv und Weiterverarbeitung, komprimierte Dateien für Web und Anzeigen, Untertitel als eigene Datei und eingebrannt.
- Varianten für die Kampagne: Fassungen ohne Texteinblendungen für spätere Anpassungen, mit oder ohne Abspann, mit Endkarte im Layout der Agentur.
- Material: Werden Rohmaterial oder Projektdateien übergeben? Wenn ja, in welcher Form und wofür?
Wie sich der Film in die Kampagne der Agentur einfügt
Die Agentur hat die Kampagne, die Produktion den Film. Gut wird es, wenn der Film für die Kampagne gedreht wird — nicht neben ihr. Das heißt konkret: Kanäle und Ausspielung stehen vor dem Dreh fest. Claim, Bildsprache und Farben der Kampagne fließen ins Moodboard. Motive für Anzeigen, Website und Social Media werden am Set mitgedacht, auf Wunsch mit Fotos am selben Tag. Und der Anfang jedes Clips funktioniert auch ohne Ton.
Bei eyeris steht die Marketing-Analyse vor dem Drehtag. Wir fragen zuerst, wo der Film arbeiten soll, und planen die Fassungen danach. Weil hinter eyeris selbst eine Agentur steht, kennen wir beide Seiten: die Arbeit am Set und die Arbeit an der Kampagne. Wie Film und Kampagne in einer Agentur zusammen gedacht werden, zeigt die Seite Filmproduktion bei pxMEDIA.
Fazit
Die Zusammenarbeit zwischen Agentur und Produktionspartner gelingt, wenn vor dem ersten Termin feststeht, wer den Kunden führt, wer am Set spricht, unter welchem Namen die Produktion auftritt und wer Briefing, Moodboard, Storyboard und Abnahme verantwortet. Wo diese Punkte im Ablauf liegen, zeigt die Seite So entsteht Ihr Film mit den sieben Schritten vom Briefing bis zur Freigabe. Klären Sie außerdem vorab, welche Nutzungsrechte der Kunde erhält und wer sie ihm einräumt. Welche Fragen dabei eine Rolle spielen, steht im Beitrag Nutzungsrechte beim Film: Was Sie vor dem Auftrag klären sollten — er ersetzt keine Rechtsberatung. Welche Filme wir drehen, sehen Sie unter Imagefilm, Recruitingfilm und Erklärfilm; wie wir mit Agenturen arbeiten, steht auf Über uns. Wenn Ihr Kunde einen Film braucht, schreiben Sie uns über das Kontaktformular — wir klären die Rollen, bevor wir über Bilder sprechen.
Mehr dazu: Imagefilm bei eyeris · So entsteht Ihr Film · Kontakt